WANDERRITT MITTELBURGENLAND
v. 13. – 19. Juli 2008

Endlich war es so weit: der 13. Juli!

Gepäck wurde in die Autos gepackt, Regenmäntel und Schlafsäcke zusammengerollt, der Medikamentenkoffer überprüft, Insektenmittel verstaut, und dann endlich auch die Pferde in die bereitstehenden Hänger verladen, und unter Blitz und Donner fuhren wir los in Richtung Burgenland.

Wir, das sind: Ames, unser Border Collie, und Camillo, Kathis Appenzeller Sennenhund; die Pferde Gipsy, Sunny, Dusty, Spocky, Estelle, Nico und Bandit; die ReiterInnen Susanne, Margit, Sabine, Andrea, Kathi, Markus und Irene; Stefan und Hannes, die Begleitcrew; sowie Wolfgang, der beim Pferdetransport half.

Am späten Nachmittag trafen wir in Stoob bei Fam. Schrödl-Schiefer ein. Sonnenschein, ein herzlicher Empfang, wunderschöne Ferienwohnungen sowie eine Wiesenkoppel für die Pferde – was kann man sich Schöneres wünschen!

Der Morgen brachte allerdings die Ernüchterung! Es regnete! Mein Pferd hatte hinten ein Hufeisen verloren, Margit musste zum Arzt.

Als es am späten Vormittag zu regnen aufhörte, führte Susanne(seit dem Vorjahr wie Margit geprüfte Wanderreitführerin) auf Sunny die Truppe souverän auf einer verkürzten Route nach Frankenau zur Pferdefarm Mersits. Ich wartete auf den Hufschmied und folgte dann mit Gipsy als Handpferd. Margit hatte Medikamente bekommen und kam mit dem Auto nach. Als die Pferde versorgt waren, konnten wir uns in der Csarda burgenländische Schmankerln schmecken lassen.

Es regnete fast die ganze Nacht und unsere Pferde hatten nichts Besseres zu tun, als sich im Gatsch zu wälzen! Gott sei Dank war es am Morgen trocken und wir konnten die Pferde ordentlich bürsten. Margit konnte auch wieder mitreiten, so brachen wir auf in Richtung Lockenhaus.

Nun konnten wir auch ein bisschen die Gegend anschauen. Nette Reitwege, zuerst den Stoober Bach entlang, dann über Wiesen und Felder und entlang der Rabnitz. Bei Mannersdorf bei einer Engstelle wurde gerade die Straße, wo der Reitweg entlangführt, neu asphaltiert. Wir kamen nicht durch! Mühsam konnten wir das Stück umgehen. Zwei freundliche Burschen führten uns mit dem Fahrrad wieder auf den richtigen Weg. Leider bemerkte Susanne dann, dass Gipsy lahmte. Also holte unsere Begleit-Crew bei der Mittagsrast den Pferdehänger – und Susanne und Stefan brachten Gipsy gleich nach Hause auf die Weide und holten dafür unseren zweiten „Kutschen-Hafi“ Ravenna. Susanne setzte dann am nächsten Tag den Ritt mit Ravenna fort.

Diese Nacht verbrachten die Pferde auf einer großen Wiesenkoppel und wir im Zelt auf der CG-Ranch der Fam. Fuchs in Lockenhaus. Hier trafen wir auch den Hufschmied vom ersten Tag wieder – es war der Schwiegervater von Alexander – und er hatte uns ein leckeres Kesselgulasch, und den Vegetariern einen griechischen Salat zubereitet.

Am nächsten Tag mussten wir Lockenhaus durchqueren und dann ging es auf den Geschriebenstein mit 884 m der höchste Berg des Burgenlandes. Teilweise auf breiten befestigten Forststrassen und dann wieder auf abenteuerlich engen und steilen Mountainbike-Strecken führte uns der Reitweg bis vor die Aussichtswarte. Hier belohnte uns ein wundervoller Ausblick nach Ungarn. Wir ritten weiter bis zum Großen Hirschenstein, wo wir Mittagspause machten. Von da ging es teilweise ziemlich steil bergab bis nach Althodis wo auf unsere Pferde bei Fam. Radits eine wunderschöne Wiesenkoppel wartete. Wir waren im nahen Neuhodis untergebracht.

Am nächsten Morgen begann es wieder zu regnen. Also zogen alle die Regenmäntel an und machten gute Miene zum schlechten Wetter. Wir ritten nun nach Norden in Richtung Bernstein. Der Weg führte ständig bergauf und bergab – das Klischee vom „flachen Land“ Burgenland hatten wir schon lange vergessen. Bei der Mittagsrast verwöhnte uns unsere Begleitmannschaft wieder bei Sonnenschein mit einem tollen Picknick. Aber am Nachmittag begann es zu schütten. In einer Regenpause kamen wir in Bernstein an. Unsere Pferde hatten eine schöne Wiesenkoppel, Kraftfutter hatten wir zum Glück selber mit. Der Schlafplatz für uns Zweibeiner war nicht so toll.

Der nächste Tag brachte wieder schönes Wetter und der Weg durch den Wald nach Redlschlag war traumhaft zu reiten. Dann allerdings mussten wir ein langes Stück die Strasse entlanggehen. Hier begannen wieder die „Ländereien“ von Esterhazy, ... da gibt´s kein Durchreiten. Dann ging es wieder die Rabnitz entlang nach Schwendgraben zum Pferdehof Kappel-Rendl. Unsere Pferde bekamen wieder eine schöne Graskoppel und die Reiter und Begleiter waren in einer Privatpension untergebracht. Da dort aber keine Hunde erlaubt waren, konnten Kathi und ich mit unseren beiden Hunden am Pferdehof schlafen und wurden wirklich toll bewirtet.

Der letzte Tag war angebrochen. Wilfried, unser Gastgeber sattelte sein Pferd und führte uns auf schönen Wegen um den Asphalt herum. Auch diese Etappe überraschte uns mit viel Wald und vielen schönen Wegen und pünktlich um 16 Uhr trafen wir in Stoob an unserem Ausgangspunkt ein. Wolfgang war auch bald da und wir konnten die Heimfahrt antreten.

Im Großen und Ganzen war es eine wunderschöne Woche. Wir haben viele nette Leute kennengelernt. Das Mittelburgenland ist wunderschön und abwechslungsreich und auf jeden Fall eine Ritt wert.