W A N D E R I T T 2003
in KÄRNTEN
28.06 bis 12.07.2003

Für heuer hatten wir uns einen ganz besonderen Wanderritt vorgenommen: wir wollten auf eine Alm reiten.

Nach langen Planungen und einem Kurzurlaub in Kärnten, wo wir alle offenen Fragen klären konnten, war es endlich so weit. Wir „packten“ unsere Pferde: Susi, Strolchi, Gipsy und Sunny in die beiden Pferdehänger(um 3 Uhr morgens um der Tageshitze auszuweichen) und schon ging es los.
Unser Ziel war das Gailtal, genauer gesagt St. Daniel, nicht weit von Kötschach-Mauthen. Die Pferde waren auf einer Koppel im Reiterhof Grünwald untergebracht (700m) wir hatten Ferienwohnungen auf dem Goldberg (1100m) bei der Fam Salcher gebucht. Wir, das waren Sabine, Stefan, Markus und Alex; Andrea, Peter, Martin und Lukas; Wolfgang, Susanne, Margit und ich (Irene) und natürlich Crisu unser Leonberger.

Die Reiter unter den Urlaubern wechselten sich ab, und alle anderen machten Ausflüge, gingen baden, fuhren einen Tag ans Meer nach Italien, machten eine Raftingtour auf der Gail, …
Nach den Plänen des Wanderreitführers vom Reiterhof Grünwald waren wir in der ersten Woche im Gailtal und an den umliegenden Berghängen unterwegs. Wunderschön! Der einzige große Negativpunkt waren die vielen Bremsen, die furchtbar lästig waren. Das sind unsere Pferde und auch wir nicht gewöhnt. Da die ganze Woche Gewitter niedergingen, mussten wir in der ersten Woche unseren Almausflug absagen.

 



Aber in der zweiten Woche war die Wettervorhersage gut. Wir konnten den Aufstieg auf den Zollner wagen. Wir mussten von 700m im Tal bis auf 1.800m hinauf. Es war ziemlich heiss und wir hatten den ganzen Tag dafür veranschlagt. Einen Grossteil der Strecke gingen wir zu Fuss um den Pferden die Anstrengung etwas zu erleichtern. Aber am späten Nachmittag hatten wir es geschafft! Wir hatten von oben einen wunderbaren Ausblick über das Gailtal und auf der anderen Seite nach Italien.
Wir hatten uns auf der Zollneralm für zwei Übernachtungen angemeldet. Unsere Pferde waren auf einer grossen Almwiese neben den Milchkühen untergebracht. Leider hatten unsere „Cowboy-Pferde“ Angst vor ihnen. Aber der Senner erzählte uns, dass um 5 Uhr in der Früh beim Melken die Absperrung durchbrochen war, und Kühe und Pferde – mit entsprechendem Respektabstand – nebeneinander grasten.

Wir ritten den ganzen Tag in der wunderbaren Landschaft zwischen Kühen, Ziegen,… nur die Pferde, vorwiegend Noriker, die auch auf der Alm waren, sahen wir nur von weitem, hoch oben auf dem Berg. War vielleicht auch besser so.

 



Über die Ochsenalm gings zur Ahornacher Alm. Der Weg dorthin war sehr eng, steinig, auf der einen Seite des Weges war der Abhang steil hinauf, auf der anderen die Felsen steil hinunter. Aber bis auf einen kleinen Zwischenfall der Gott sei Dank gut ausging, schafften unsere Pferde alles ganz toll! Nach einer Pause ritten wir weiter zur Waidegger Alm, wo wir Mittagspause machten. Unsere Pferde konnten sich auf einem kleinen Stück Almwiese, die durch einen E-Zaun abgetrennt war, erholen. Nur der „Hausherr“, ein kleiner schwarzer Shettie-Hengst, war damit nicht einverstanden. Er wollte unbedingt die Stuten auf seine Wiese treiben. Das war eine wilde Jagd. Wir vier Reiter hatten alle Mühe, den „Kleinen“ wieder einzufangen, bevor er einen Hufschlag kassiert hätte.

Sonst war diese Alm ein kleines Paradies! Rund um die Almhütte waren die Kühe in kleinen Herden unterwegs, dazwischen unzählige Ziegen und Zwergziegen, das Pony und ein Esel, einige Hasen, Schweine und ein Hängebauchschwein. Leider mussten wir bald wieder aufbrechen und zu unserem Nachtquartier zurückreiten.



 

Nachdem wir die Pferde versorgt hatten, bekamen wir von der Sennerin noch ein leckeres Pasta asciuta. Die Wanderer waren in der Zwischenzeit schon wieder alle am Heimweg nur ein Ziehharmonikaspieler war noch da und spielte einige Stücke. Wunderbar! Es war fast kitschig schön, wir schauten in den Sonnenuntergang, unsere Pferde schnaubten zufrieden zwischen den Kühen, dazu die Musik, die in die Berge passt!
Am nächsten Tag mussten wir leider Abschied nehmen. Über die Obere und die Untere Bischofsalm ritten und gingen wir wieder hinunter nach Weidenburg und durch die Gail zurück nach St. Daniel.
Die vierzehn Tage in Kärnten waren wunderschön und viel zu schnell vorbei.